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Freiherr von Schlicht
als Schriftsteller

(d.i.: Wolf Ernst Hugo Emil Graf von Baudissin)

(weiteres Pseudonym: Graf Günther Rosenhagen)


Der Schriftsteller „Freiherr von Schlicht”

Schlicht-Baudissin war ein produktiver Autor meist humoristischer, oft sogar satirischer und damit kritischer Novellen und Romane aus dem Militärleben. Seine Vorzüge sind sein frischer Humor und seine geschickte Kleinmalerei, die selbst an unbedeutenden Vorgängen lebhaftes Interesse und Vergnügen zu erwecken versteht. Aber er bekennt auch selbst, daß er „etwas freie Anschauungen habe, die man von einem früheren, noch dazu adligen Offizier nicht so recht erwarte.” Er hat auch einige recht kritische Romane über die Schattenseiten des preußischen Militärlebens, besonders des Offizierslebens geschrieben, die innerhalb des preußischen Heeres verpönt waren, aber oft gelesen wurden.

Er war sich dieser Tatsache selbst sehr wohl bewußt, denn er schreibt im „Dichterleutnant”:

„Leutnant von Berndorf war für einige Kameraden der Stolz, für andere der Schandfleck des Regiments: er dichtete nämlich. . . . Sein Name fing ja auch mit einem verfluchten B an, und der Buchstabe spielte in der Militärliteratur ja keine gute Rolle. Beyerlein, Bilse, Baudissin, in den B's hatte man ein Haar gefunden.”

Seine Kollegen in dieser Einschätzung waren:

Franz Adam Beyerlein:

„Jena oder Sedan?”
Roman, Berlin, 1903

Leutnant Bilse
(Fritz von der Kyrburg):

„Aus einer kleinen Garnison.”
Ein militärisches Zeitbild. Braunschweig/Wien 1904

In der „Niederschlesischen Zeitung” vom 29.Dez. 1903 findet man anläßlich der Besprechung eines seiner Theaterstücke („Liebesmanöver”) die Charakterisierung:

Freiherr von Schlicht zählt ohne Zweifel zu den besten zeitgenössischen Humoristen.

In einer Besprechung eines seiner Werke in der Zeitschrift „Über Land und Meer” kann man folgendes lesen:

„. . . Wenn nun seiner neuesten Sammlung frischer Skizzen (. . .) der Nebentitel „Militärhumoresken” beigefügt ist, so trifft diese Bezeichnung nicht ganz zu. Nicht als ob wir dem Verfasser den Humor abstreiten wollen, im Gegenteil, er besitzt von dieser Gottesgabe ein üppiges Quantum, aber ein Teil der Geschichten geht doch über den harmlosen Scherz hinaus und streift an die Satire. Daß man uns nicht mißverstehe! Freiherr von Schlicht ist, wie man deutlich merkt, ein warmer Freund des Volkes in Waffen, aber seine Liebe zum Soldatenstande macht ihn nicht gegen die Schwächen und Fehler blind, und gegen solche, die er bemerkt zu haben glaubt, richten sich die Pfeile seines Witzes. So erheben sich seine Schilderungen weit über die seichten Militärhumoresken alten Schlages. . . .”

In der „Frankfurter Zeitung”, Nr. 3 vom 3.Jan.1905, erschien im „Kleinen Feuilleton” ein Artikel über „Die meistgelesenen Bücher” und „Die meistgelesenen Autoren” des Jahres 1904, zu denen auch Frhr.v.Schlicht gehörte.

Einige Werke Schlichts erregten so viel Anstoß, daß sie Reaktionen auslösten:

Eine Bibliographie von Schlicht/Baudissin ist hier zu finden.

Im „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel” findet man die Erscheinungsdaten der Schlicht'schen Werke und viele Anzeigen und textliche Erwähnungen.

1917 und 1924 (2.Auflage) schrieb Schlicht/Baudissin seine Autobiographie.

Ungefähr im Jahre 1902 verfaßte Schlicht/Baudissin als Erwiderung auf Angriffe in der Presse wegen seiner Satiren über das preußische Militär sein

„Militärisches Glaubensbekenntnis”
( Die Laterne, Nr.35: kritische Wochenschrift mit künstler. Buchschmuck. - Berlin Erscheinungsverlauf: Nr. 1.1901 - 54.1902 nachgewiesen )

In den „Kieler Neuesten Nachrichten” von Januar 1909 berichtet Schlicht

Aus meiner Dienstzeit ”.

Ein treffendes Beispiel für den ironisch-satirischen Stil von Frhr. von Schlicht kann man finden in der Erzählung:

Der militärische Daktylus ”.

Ich habe einige
Besprechungen und Ankündigungen aus Verlagsanzeigen
gesammelt.

Hier ist der Roman
„Erstklassige Menschen”
und Reaktionen auf seine Veröffentlichung zu finden.

Einige Artikel von Frhr.v.Schlicht sind zwar in Zeitungen veröffentlicht worden, aber nicht in Buchform erschienen, einige, weil sie sich auf Tagesereignisse bezogen, einige andere aber, weil die Satire wohl etwas weit ging:

Persönliche Tapferkeit im heutigen Kriege.
in: St. Petersburger Zeitung, Montags-Blatt, No. 46 vom 30.8. (12.9.) 1904

Prosit Neujahr-hundert!
Eine Sylvestervision von Freiherrn von Schlicht
in: St. Petersburger Zeitung, Neujahrsbeilage, No. 1 vom 1.(14.) 1.1901

Militärischer Spaziergang
Von Freiherr v.Schlicht (Dresden)
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, Nr. 283 vom 12.10.1903

Der Ordonnanz-Offizier Sr. Hoheit.
Von Freiherr v.Schlicht (Dresden)
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, Nr. 327 vom 26.11.1900

Unfug!
Ein Bild aus dem Offiziersleben.
Von Freiherr v. Schlicht (Dresden).
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, Nr. 327 vom 26.11.1900

Die Kompagnie-Schule.
Skizze aus dem Soldatenleben
Von Freiherr v.Schlicht (Schleswig).
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, Nr. 78 vom 19.3.1899

Stabsoffiziers-Parole.
Humoristische Plauderei.
Von Freiherrn von Schlicht.
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, Nr. 99 vom 10.4.1898

Der Kriegsakademiker.
Humoristische Plauderei.
Von Freiherrn von Schlicht.
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt, Nr. 43 vom 13.2.1898

„Es ging ein Säemann”
Von Freiherrn v.Schlicht
Frankfurter Zeitung und Handelsblatt vom 9.2.1898

„Die Reden des Sergeanten Krause”
Herausgegeben von Freiherrn von Schlicht
in: „Nimm mich mit für 5 Pfennig”
Ein buntes Blatt für Alle und Alles 1904/1906

„Fünf Sinne hat das Menschenkind.”
Humoreske.
Freiherr von Schlicht.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 105 vom 5.Mai 1895

„Komm', willst Du mich reiten sehen?”
Von Graf Günther Rosenhagen
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 34 vom 9. Februar 1893

„Das Ganze Halt.”
Skizze vom Manöverfeld
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 263 vom 09.11.1894

Mutter, liebe Mutter.
Von Graf Günther Rosenhagen
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 119 22. Mai 1895

Bade in Spitzbergen.
Reisebriefe von Freiherr von Schlicht.
„Das kleine Journal” vom 9.Aug., 13.Aug. und 1.Sept. 1898


Mit Bade in Spitzbergen.
Von Freiherr von Schlicht
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 224 vom 24. September 1898


Mit Bade in Spitzbergen.
Von Freiherr von Schlicht
„Über Land und Meer”, Jahrgang 1899, Nr. 17, Seite 283


Siehe dazu die Autobiographie von Schlicht/Baudissin.

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
I. Der Korporal.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 282 vom 2. December 1894

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
II. Der Schießunteroffizier.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 286 vom 7. December 1894

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
III. Der Fourier.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 294 vom 16. December 1894

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
IV. Der Küchenunteroffizier.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 303 vom 29. December 1894

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
V. Der Kammerunteroffizier.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 6 vom 6. Januar 1895

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
VI. Der Unteroffizier als Arrestaufseher und als Lazarethgehülfe.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 69 vom 22. März 1895

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
VII. Der Bataillons- und der Regimentsschreiber.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. 139 vom 16. Juni 1895

Bilder aus dem preußischen Unteroffizierkorps.
Von Graf Günther Rosenhagen.
VIII. Ein kameradschaftlicher Ausflug.
Lübecker Eisenbahn-Zeitung Nr. Nr. 145 vom 23. Juni 1895

Kabaretterinnerungen
Von Freiherr von Schlicht - Weimar
(Wolf Graf von Baudissin)
in: Kabarett-Jahrbuch 1921, Seite 138-141

Albert Langens Verlagskatalog 1894-1904
mit einer Selbstbiographie von Frhr.v.Schlicht
und einer Karikatur von O.Gulbransson

Eine Ordensleistung.
Von Freiherrn von Schlicht
in: Simplicissimus 8.Jahrgg. Heft 16, S.122

„Das Preisrätsel”
ist wohl die letzte Humoreske, die Freiherr von Schlicht vor seinem Tode verfaßt hat.

Der Leutnantshund
von Freiherrn von Schlicht
in: „Der Gefechtsesel”, Albert Langen, München

„Der Parademarsch”
Drei Humoresken — drei Versionen eines militärischen Paradestücks.

„Meyers Taktgefühl”

„Ein Patrouillenritt”
in: „Das kleine Journal”, Nr. 238 vom 19.Sept. 1898

„Die Kieler Woche”
in: „Das kleine Journal”, Nr. 175 vom 28.Juni und Nr. 179 vom 2. Juli 1898

„Der Friedensstifter”
in:

„China”

Schilderungen aus Leben und Geschichte
Krieg und Sieg

Ein Denkmal den Streitern und der Weltpolitik

Herausgegeben von
Joseph Kürschner
Berlin, Deutsche Kriegerbund-Buchhandlung, Dr. Hans Natge, dritter Teil, Spalte 409 bis 419

Freiherr v.Schlicht beschreibt in einem Zyklus von Romanen das Leben der Offiziere in den Jahren um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, und zwar mit all seinen Schattenseiten. Das sind die Romane:

  • „Ein Jahr in Waffen”
    Ein Buch für junge Menschen über das Leben als Einjährig-Frewilliger.
  • „Leutnantsleben”
    Der Werdegang eines jungen Offiziers vom Kadetten bis zum Hauptmann.
  • „Erstklassige Menschen”
    Eine Sammlung aller Mißstände im militärischen Leben.
  • „Leutnant d.R.”
    Alle im Jahre 1907 gängigen Vorurteile werden hier vorgeführt: – pro z.B. Militarismus, contra z.B. Judentum.
    Auf Seite 230 ff. wird in einer Tischrede der verborgene Lebenszweck der Reserve-Offiziere dargelegt: das konservative Unterstützungskader für Kaiser und Regierung.
  • „Offiziere a.D.”
    Schicksale verabschiedeter Offiziere mit allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
  • „Offiziers-Ehen”
    Schilderung der besonderen Probleme von Offiziers-Ehen
    ein Plädoyer gegen die Heirat jüngerer Offiziere (Seite 17 ff.)
    Disput über „Tradition” (Seite 64 ff.)

Diese sechs Romane habe ich im PDF-Format bereitgestellt.

„Der dicke Major.”
in: „Deutsche Roman-Zeitung”, Beiblatt
Jahrgg. 1909, Nummer 20, Seite 245

„Der Zar und sein Leutnant”
in: „Der geplagte Rittmeister”
Vorbild für den Film „Leutnantsstreiche”

Rapallo.
in: „Die Zeit”, Wien, Donnerstag, den 28. Dezember 1905

Aus alter Zeit
in: Der Bär. Illustrierte Wochenschrift für vaterländische Geschichte, Berlin, 1899, Nr. 33

Die Rekruten kommen.
in: „Das kleine Journal”, 3.10.1895.

Zwei Erzählungen aus der Zeitschrift
„Das Album. Monatsschrift für Kunst und Literatur.”
Internat. Verlag, Leipzig, VIII. Jahrgg. 1905, Heft 1 und 2

Ein Traum.
Lucie.

Ich fand im Antiquariat die Jahrgänge 1894 und 1896 und im externen Leihverkehr die Jahrgänge 1893 und 1895 der „Deutschen Lesehalle”, der Sonntags-Beilage des Berliner Tageblatts. Darin befinden sich einige Erzählungen von Graf Günther Rosenhagen und Freiherrn von Schlicht:

1893
Nr. 17: Ein Erziehungsresultat
Nr. 21: Ein Pfingstausflug
1894
Nr.   1: Ein Fahnenflüchtiger.
Nr.   8: Wie sich die Zeiten ändern.
Nr. 19: Lieutenantskummer.
Nr. 30: Sein Geburtstag
Nr. 36: Beim Schwamm.
1895
Nr.10: Mein Reisemarschall.
Nr.38: Tante Hannas Erholungsreise.
Nr.43: Das Ehrenmitglied.
1896
Nr. 13: Die neue Köchin.
Nr. 23: Ein Augenblick.
Nr. 37: Die Krümperfahrt.

In der „Weimarischen Landeszeitung Deutschland&rdquo, späterer Titel „Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland” sind viele Meldungen und Artikel von bzw. über Schlicht-Baudissin zu finden, angefangen von der Meldung seiner Übersiedelung nach Weimar, ebenfalls in der zugehörigen Unterhaltungsbeilage „Weimarisches Sonntagsblatt”.

Weitere Stellen sind:

Wenn Frauen nichts haben.
Lustiger Abend am 16.3.1910  
Aufführung von „Im bunten Rock”  
Aussage zu „Was ist Humor?”
Die Preisrätsellöserei.
Westerländer Badebrief.
Zeit- und Unzeitgemäßes
Können Sie mir nicht —?
Gertys Verlobung.
Freiherr v. Schlicht im Kaiser-Kaffee
Frhr. v. Schlicht im Kaffeehaus Sperling.

Besprechung von „Die Frau und meine Frau”
Aufführung von „Liebesmanöver”
Friedrich der Große als Ehestifter.
Zirkus-Erinnerungen.
Wie Doktor Westerholt tobsüchtig wurde.
Es wird sich alles, alles finden.
Zwangsmieter.
Etwas vom Küssen, Rauchen und Pudern.
Zeit- und Unzeitgemäßes
Nachruf

Posthum erschien am 10., 17. und 24. Oktober 1926 im „Weimarischen Sonntagsblatt”, der Unterhaltungsbeilage der Allg. Thüring. Landesztg. Deutschland die Erzählung

Frau Olgas Freund

In dem Buch „Black and White and Blue: Adult Cinema from the Victorian Age to the VCR” von Dave Thompson (2007, ECW PRESS,CANADA, ISBN 1-55022-791-2) findet sich auf Seite 134/135 folgende Erwähnung eines pornographischen Films auf der Grundlage von Schlichts Werk „Treulose Frauen”:

In „Femmes Infideles”, the heroine is aroused by a work by the turn-of-the-century German humorist Freiherr von Schlicht, Treulose Frauen (Perfidious Women). The camera closes in on a handful of the book's lightly amorous illustrations, before following the reader to bed, were she undresses, climbs between the covers and falls asleep. But what dreams she has, . . . . .

In der „Deutschen Romanzeitung”, Jahrgg. 1917, erschien der Roman „Der Walzerkönig”von Heft 1 bis Heft 13, und in Heft 17 neben einem ganzseitigen Porträt von Schlicht/Baudissin die Reiseschilderung „In den Katakomben von Paris” - ein Ausschnitt aus der Autobio­graphie „Was ich so erlebte” - und die kleine Erzählung „Männe”, eine Hunde­geschichte.

Aus: Rudolf Mothes, „Lebenserinnerungen”
(Zitat aus www.quelle-optimal.de mit Genehmigung des Eigentümers Dr. K.Schmiedel)

Bei der Ausarbeitung meiner Dissertation kam mir die Oberlandesgerichtsbibliothek sehr zustatten. Ich hatte mich mit dem Beamten in der Bibliothek angefreundet, in der ich mich viel aufhielt. Ich half den Beamten, die von den Räten bestellten Bücher zu finden und unterstützte sie insbesondere beim Erraten und Deuten unpräzis ausgedrückter Bestellungen. Dafür bekam ich als erster die neuen Eingänge an Büchern und Zeitschriften; ich las sie früher als der Chefpräsident und die Senatspräsidenten. Der Chefpräsident hatte das bald erfahren und pflegte dann einen Gerichtsdiener zu mir zu schicken, wenn er das neueste Heft der Deutschen Juristenzeitung oder der Juristischen Wochenschrift usw. haben wollte. Ich konnte in der Oberlandesgerichtsbibliothek die Stoffsammlung für meine Dissertation wesentlich bereichern. Die Stoffeinteilung, die Disposition, verursachte nur wegen der Fülle des Materials einige Mühe. Die Ausarbeitung ging dann rasch von Statten. Als ich die Niederschrift fertig hatte, ging ich damit zu meiner Kusine Hedwig Stohmann, die ein Büro zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten unterhielt. Sie arbeitete viel mit dem Freiherrn (Georg von) Ompteda (1863 bis 1931) und begleitete ihn auch nach seinem Sommeraufenthalt Innichen in Tirol. Auch für Wolf Grafen Baudissin schrieb sie, der sich als Schriftsteller Freiherr von Schlicht nannte. Hedwig Stohmann tat mir den Gefallen und stellte mir verhältnismäßig rasch eine Reinschrift der Doktorarbeit über die Beschlagnahme nach Wesen, Arten und Wirkungen mit der Schreibmaschine her, die ich der Fakultät einsandte.

Dr. Rudolf Mothes, Jurist und Rechtsanwalt in Leipzig, geboren 5. Sept. 1875 in Stötteritz, gestorben 8. März 1968 in Cröbern

Margarethe Hedwig Trübenbach, geboren am 06. November 1872 in Kayna, getraut (von dem Vater der Braut, Pastor Heinrich Trübenbach) daselbst am 01. Oktober 1891 mit dem Apotheker Adolf Stohmann in Kayna, geboren am 11. April 1861 in Leipzig als Sohn des Universitätsprofessors Stohmann. Nach verschiedentlicher Tätigkeit in Stettin (Drogerie), Coburg, Dresden und Lobositz (Zementfabrik) erhielt Stohmann die Konzession zum Betrieb der neuen Bismarck-Apotheke in Zwickau. (Der Vater Heinrich Trübenbach schrieb 1895, dass die Eheleute Stohmann zu der Zeit in Grimma waren.) Nach Verkauf seines Sommerheimes in Hartenstein siedelte er sich in Bad Berka in Thüringen an. Hedwig hat ihrem Mann in weniger günstigen Zeiten tatkräftig geholfen (Schreibmaschinenarbeit). Sie hat es verstanden, sich bis in ihr Alter hinein Jugendfrische und Elastizität zu wahren. Gestorben am 04. Mai 1950, Selbstmord. Die Ehe blieb kinderlos.

„Danzer's Armee-Zeitung” bringt im Jahrgang 1904 mehrere Artikel über Schlicht-Baudissin:

— Eine Besprechung des Romans „Erstklassige Menschen”

— Eine Nachricht über Schlicht-Baudissins Reaktion auf die beleidigende Äußerung im Reichstag.

— Eine Besprechung der „Militärischen Orientbilder”, die Schlicht-Baudissin als militärisches Ergenis seiner Orientreise verfaßt und in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht hat.

— Eine vergleichende Besprechung einiger Neuerscheinungen von Roda Roda und Freiherr v. Schlicht.

Zum 150. Geburtstag von Freiherr von Knigge erschien in der Wiener Tageszeitung „Die Zeit” vom 16.Oktober 1902 ein Artikel von Freiherr von Schlicht.

Die Durchsicht des „Hamburger Fremdenblattes” brachte eine Reihe bekannter und auch bisher unbekannter Texte von Schlicht/Baudissin.

In der „Leipziger Illustrierten Zeitung”, Nr. 2911, vom 13.4.1899, erschien der Artikel:

Die Erinnerungsfeier in Eckernförde
von Freiherrn v. Schlicht

und in der Nr. 3947, vom 20.2.1919, erschien der Artikel:

Weimar zur Zeit der Nationalversammlung
von Freiherrn v. Schlicht

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© Karlheinz Everts