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18., 19.(abends), 21., 23., 25., 26.(nachm.), 28., 30.Okt.,
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Besetzungsliste: | |||||
| am 18.Okt.1902 bis 25.Okt. 1902: | 28.Okt. 1902 bis 2.Nov. 1902 17.Dez. 1902 bis 31.Dez. 1902 | 4.Nov. 1902 bis 7.Nov. 1902 5.Dez. 1902 | 12.Nov. 1902 30.Nov. 1902 | 14.Nov. 1902 | |
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Fabrikant Wiedebrecht.
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Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
| 15.Jan 1903 1.Feb. 1903 | 24.Feb. 1903 | 13.März 1903 | 19.März 1903 | 12.Apr. 1903 17.Apr. 1903 | |
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Fabrikant Wiedebrecht.
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Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
| 27.Mai 1903 | 14.Juni 1903 | 5.Sep. 1903 | 18.Sep. 1903 25.Sep. 1903 6.Okt. 1903 14.Okt. 1903 | 5.Nov. 1903 9.Jan. 1904 16. März 1904 8.Apr. 1904 | |
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Fabrikant Wiedebrecht.
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Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
| 22.Juni 1904 | 25.Aug. 1904 16.Sept. 1904 3.Nov. 1904 | am 6.Febr. 1907: | am 5.Sept. 1914: | am 18.Sept. 1915: | |
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Fabrikant Wiedebrecht.
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Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
Georg Russeck |
![]() Das Vaterland, Wien, 18.Okt. 1902 |
Das Vaterland, Wien, vom Samstag, 18. Okt. 1902: Im Deutschen Volkstheater wird morgen [!], Samstag, das dreiactige Lustspiel „Im bunten Rock” von Franz v. Schönthan und Frhrn. v. Schlicht zum erstenmale gegeben. Die Vorstellung beginnt um 7 Uhr. |
Das Vaterland, Wien, vom 19. Okt. 1902:
(Deutsches Volkstheater.) Es lohnt nicht die Mühe, die Handlung des heute zur ersten Aufführung gelangten dreiactigen Lustspiels von Franz v. Schönthan und Frhrn. v. Schlicht »Im bunten Rock« zu erzählen. Die eigentliche Handlung ist in dem Stücke auch so ziemlich Nebensache, es handelt sich den Autoren lediglich darum, eine Reihe lustiger Szenen vorzuführen, und altbekannte, jedoch stets wirksame komische Figuren wieder einmal auf die Beine zu stellen. Durchduftet ist das Ganze, wie schon der Titel vermuthen läßt, von Militär-Odeurs, und zwar, da der Ort der Handlung Berlin ist, specifisch preußischen Charakters. Als Träger des »bunten Rockes« – der Militäruniform – treten auf: Ein wenig verwendbarer Einjährig-Freiwilliger (Herr Wierth), ein strammer Lieutenant (Herr Kramer), ein im Dienste scheinbar unbeugsamer, doch verschiedenen Beschwichtigungsmitteln leicht zugänglicher Sergeant (Herr Retty), ein alter General (Herr Weisse) und – man lache nicht! – auch ein junges Fräulein, die Schwester jenes Lieutenants (Frau Albach-Retty). Diese erscheint allerdings nicht bunt, sondern stets in durchwegs weißer Toilette, aber sie ist stramm und schneidig, und in militärischen Dingen dem Einjährigen entschieden über, was sie selbst aufklärt, indem sie sagt, in ihrer Familie gebe es keinen Civilisten außer ihrer Mama. – Da die Mache des Stückes nicht übel ist, und die Darstellung gleichfalls eine sehr gute war, – es verdient vor Allem das tadellose Zusammenspiel sämmtlicher Träger der Hauptrollen Anerkennung – fehlte es nicht an Applaus, und es konnten sogar am Schlusse des zweiten Actes der Spielleiter, sowie einer der Autoren dankend vor dem Publicum erscheinen. Um das Gelingen der Vorstellung erwarben sich außer den bereits genannten Schauspielern noch Frau Odilon, die eine reiche Amerikanerin gab, sowie Herr Russeck und H. Tewele, letztere Beide in komischen Rollen, Verdienste.
Wg.
![]() Neue Freie Presse vom 18.Okt. 1902 |
„Neue Freie Presse”, Wien, vom 19.Oktober 1902: Deutsches Volkstheater. Nach den Siegen von 1870 brachte Schönthan das Soldatenstück in Mode, seither wird der Militarismus wesentlich anders gesehen; eine Literatur schildert seine Gefahren, eine europäische Conferenz beschäftigt sich mit der Erörterung derselben. – Schönthan wendet sein Motiv noch immer mit den Spässen, deren Wirksamkeit er wiederholt erprobt, mit seiner harmlosen Heiterkeit, seiner milden Satire und einem Humor, der den Ernst der Frage unbeachtet läßt. So ist auch der „Bunte Rock” von Schönthan und Schlicht das amüsante Soldatenstück, das mit einer gutmütigen Lustigkeit die Geschichte zweier Liebespaare erzählt, erfolgsichere Situationswitze, hübsche Rollen aufweist und die Aufgabe des alten Lustspiels löst. Wer lachen will, wird es sehen wollen, zudem die Schauspieler des Volkstheaters es ganz vortrefflich spielen. Frau Odilon, die selbst eine Halbamerikanerin geworden, gibt eine Witwe der neuen Welt mit all ihrer Verve und Liebenswürdigkeit, Frau Retty ist von frischer Ursprünglichkeit als derbes Soldatenkind, Herr Kramer der schneidige Officier, wie ihn Altberlin sich denkt, Herr Tewele voll drolliger Einfälle als dienstfertiger Allerweltsmann, Herr Weisse vornehm als älterer militärischer Liebhaber, und die Herren Wirth, Retty, Broda, die Damen Schmidt, Schuster, Gribl, Hofteufel vervollständigen das gute Ensemble. So war das Publicum in bester Stimmung, die feineren Lustspielaccente wie die derberen Possenwendungen schlugen ein, Stück und Darsteller fanden einmüthigen Beifall. Wiederholt dankte Herr Schlicht für diesen im eigenen Namen wie in dem Schönthan's, der durch einen Trauerfall seinem Erfolge ferngehalten wurde. |
„Prager Tagblatt” vom 19.Oktober 1902:
Wiener Première. Aus Wien wird uns unter dem Gestrigen telephonirt: Im Volkstheater erzielte heute das Lustspiel „Im bunten Rock” von Schönthan und Schlicht einen starken Heiterkeitserfolg. Das Stück erzählt die Geschichte zweier Liebespaare.
![]() Arbeiter-Zeitung, Wien, 18.Okt. 1902 |
Arbeiter-Zeitung, Wien, vom 19. Okt. 1902: Deutsches Volkstheater. Die Herren Franz v. Schönthan und Freiherr v. Schlicht sind bis zu den Quellen des heutigen deutschen „Lustspiels&rdquo gestiegen. „Im bunten Rock” geht nämlich direkt auf Mosers „Krieg im Frieden” zurück. Dort wie hier stehen der unwiderstehliche preußische Lieutenant und seine exotische Flamme im Vordergrunde. Nur daß die Mosersche Heldin ein magyarisch-deutsch sprechender Backfisch, die der Autoren von gestern eine radebrechende amerikanische Wittib ist. Doch freilich gibt es zwischen dem alten und dem neuen Stück noch einen bedeutenden Unterschied. Der Klassiker Moser wußte in seinen Lustspielhandlungen einen Knoten geschickt zu schürzen und aufzulösen, die Herren Epigonen bemühen sich gar nicht erst mit solchen Nebensächlichkeiten. Nach zwei Akten geht ihnen die Puste aus. Aber was macht das? Sie fangen eine neue magere Handlung an, die indes auch gleich aus wäre, hätten sie nicht sorgsam eine Sammlung von Unteroffiziersspäßen aus der militärisch-humoristischen Bühnen- und Witzblattliteratur angelegt, die sie nun als schmackhafte Füllung verwenden. Das unsäglich kindische Stück hat dem Publikum recht gut gefallen. Nach dem zweiten Akte dankte Dr. Fellner für die Verfasser. Gespielt wurde ungemein flott und Frau Odilon strahlte in Schönheit. |
![]() Wiener Zeitung v. 18.Okt. 1902 |
„Wiener Zeitung” vom 20.Okt. 1902: Im Deutschen Volkstheater wurde Samstag, 18. d. M., zu ersten Male aufgeführt: „Im bunten Rock”, Lustspiel in drei Aufzügen von Franz von Schönthan und Freiherrn von Schlicht. Das mäßig lustige Stück hat gefallen. Franz von Schönthan, der gern in die Firma Anderer eintritt oder sich Gesellschafter beigesellt, hat vor Jahren, es war dies seine frohe theatralische Leutnantszeit, kriegerische Lorbeeren mit Herrn von Moser geerntet. Weniger laurus nobilis als laurocerasus Kirschlorbeer, der vorzugsweise zu Kränzen verwendet wird; aber die Militärlustspiele wurden gern gesehen, und schmetterte erst die „Burgmusik”, so war der pekuniäre Erfolg entschieden. Der hinten d'rein flatternde Schmetterling des Dichters Liliencron wurde freilich nicht gesehen. Nun hat sich Franz von Schönthan mit einem jüngeren Herrn, Offizier und Poet dazu, zu einem neuen Feldzuge vereint und das Lustspiel: „Im bunten Rock”, unser „Zweierlei Tuch” verfaßt. Manche Gestalt, manche Szene gehört der früheren Dienstzeit an, aber der einjährige Freiwillige ist dazu getreten. Wer besitzt ihn nicht in seiner Familie, wer kennt ihn nicht mit all seinen kleinen Freuden und Leiden? Das ist eine dankbare Figur. Noch eine neue Gestalt ist in den deutschen Lustspiel-Baukasten getan worden, die nordamerikanische Frau, der man gesagt hat, sie müsse zwei Dinge in Europa kennen lernen: „das Kolosseum in Rom” und „den Leutnant in Berlin”. Sie lernt beide kennen und den Leutnant lieben. Das ist in der Hauptsache das Stück, das Neue in demselben. Es unterhält stellenweise, dann steht es still, aber bald weckt es sich von selbst auf und geht etwas frischer vorwärts. Viel guter Wille und etwas gute Laune machen das Lustspiel gefällig. Es erforscht nicht mit Röntgen-Strahlen das Herz, aber es ist ein lustiges Theater-Herbstmanöver. Auch Thalia hat verschiedene Kostgänger. – Nach der „Schiedsrichter-Besprechung” hier ein Bericht über die Hilfstruppen. Herr Russeck und Herr Tewele waren beim schweren Geschütz, Frau Retty, kleines Kaliber, schoß sonnig hin und her, Herr Kramer als Leutnant entwickelte Schnellfeuer der Rede, Herr Weisse war wie immer voll Haltung und Frau Odilon siegte wie sie wollte. Aber ihrer Absicht, zu zeigen, daß sie zweimal in Amerika war und fast gut englisch sprechen könne, schädigte die Rolle. Man verstand die Rede der Dame nicht, wenn sie englisch spokte – wie die Deutschen drüben sagen – vielleicht weil sie auch manchmal undeutlich deutsch spricht. Das Englisch der Frau Odilon war von jenseits des Kanals – in Wien. |
„Wiener Bilder” vom 22.Okt. 1902:
Wiener Theaterbilder.
„Im bunten Rock” heißt das jüngste Lustspiel des so erfolgreichen Bühnenautors Franz von Schönthan, das dieser mit Freiherrn von Schlicht geschaffen, und das in Berlin mit seinem Stechschritt-Patriotismus und Hurrahgeschrei großen Erfolg gefunden. Bei uns in Wien, in der Aufführung des „Deutschen Volkstheaters”, fällt dieses Stimmungsmoment weg und es blieb nur das heitere Lustspiel, das die famose Technik seiner Autoren zeigt und nicht mehr oder weniger bietet, als eben ein neues Lustspiel bringt. Liebe, Verwicklung, Situationen und schließlich das „Kriegen” — Herz, was verlangst du noch mehr?
Gespielt wurde glänzend: Frau Odilon radebrechte eine Amerikanerin ganz famos, Frau Retty war herziger denn je, Fräulein Schuster und Frau Schmidt vorzüglich, Herr Kramer war ein Herzensbrecher in Uniform, Herr Tewele ein urkomischer Assessor, und Herr Weisse und Retty vertraten die bewaffnete Macht vortrefflich. Man unterhielt sich bei dem Stück vorzüglich, wenn Einem auch nicht sonderlich viel Neues damit geboten wurde.
„Bühne und Welt” 5. Jahrgg. 1902/03 S.587:
Das Deutsche Volkstheater hat sich das finanzielle Fundament des jüngsten Geschäftsjahres bei Blumenthal und Kadelburg, Schönthan, Schlicht, Capus und Belasco gehaolt. Dem „Bunten Rock” folgte „Dubarry”, dann gliederte sich in kongenialer Bedeutsamkeit das „Theaterdorf” an, um dem „Blinden Passagier” Platz zu machen.
![]() Reichspost, Wien, vom 5.Sept. 1914 |
„Wiener Zeitung” vom 5.Sept. 1914: Im Deutschen Volkstheater beginnt die morgige Vorstellung des neu einstudierten Lustspiels „Im bunten Rock” von Franz von Schönthan und Freiherrn von Schlicht um 7½ Uhr. Zu spät Eintreffende können erst nach Schluß des ersten Aktes zu ihren Sitzen gelangen. |
„Reichspost”, Wien, vom 6.Sept. 1914.
Deutsches Volkstheater. Diese Aufführungen, die jetzt das Deutsche Volkstheater zum besten gibt, hat man wahrhaftig nicht gebraucht. Das sind die Soldaten aus den Witzblättern, die man hier sieht: Ein Leutnant als gefährlicher Salonlöwe, ein Einjährig-Freiwilliger, dem ein verliebtes Soldatenmädel bei der Prüfung auf dem Exerzierplatz die richtigen Antworten einsagen muß, ein Sergeant, dessen Wohlwollen einzig von jenem einer Köchin abhängt. Kurzum: Das ist das Witzblattmilitär, das uns da in dem alten Schwank „Im bunten Rock” von Schönthan und Schlicht wieder einmal aufgetischt wird. Diese verstaubte Soldatenposse hält man wohl jetzt für sonderlich aktuell. Aber die Aktualität wird schmerzlich für jeden, der bedenkt, wie wenig Anlaß gerade jetzt besteht, alberne und seichte Possen zu machen über einen Stand, dessen zu gedenken uns noch niemals so sehr mit ehrfürchtigem Ernste erfüllt hat, als eben jetzt. Der „bunte Rock” ist jetzt kein Paradekleidungsstück, das dem einen sehr, dem andern weniger fesch steht, so daß die umworbene Millionärin sich in den einen verliebt und den andern verlacht. Scherz und Spott darüber, und wären sie noch so gutmütig und harmlos, sind jetzt wahrhaftig nicht an der Zeit! – Diese Empfindung vermag auch das wackere Spiel (Herren Russek, Edthofer, Kramer, Fräulein Bukovics und Steinsiek) nicht zu beschwichtigen. Wenn unsere Theater jetzt spielen wollen, werden sie Sorge tragen müssen, der großen Zeit nicht bloß durch patriotische Musik zwischen den Akten, sondern auch durch würdige Kunst in den Akten gerecht zu werden.
„Neue Freie Presse”, Wien, vom 4.September 1914:
Im Deutschen Volkstheater gelangt Samstag das Militärlustspiel „Im bunten Rock” von Franz v. Schönthan und Freiherrn v. Schlicht, neu einstudiert, in folgender Besetzung zur Aufführung: Wiedebrecht – Frau Russeck; Hans, sein Sohn – Herr Edthofer; Anny Clarkson, seine Nichte – Fräulein Annemarie Steinsieck; Leutnant v. Hohenegg – Herr Kramer; Betti v. Hohenegg – Fräulein Bukovicz; v. Gollwitz – Herr Lackner; v. Troßbach – Herr Leyrer; Sergeant Krause – Herr Weiß; Susanne – Fräulein Roman; Jeanette – Fräulein Hochwald; Frau Bäckers – Frau Pohl; Friedrich – Herr Preu; Minna – Frau Färy; Jänicke – Herr Pongracz; erster Soldat – Herr Brady; Husar Christians – Herr Huber.
„Neue Freie Presse”, Wien, vom 5.September 1914:
Im Deutschen Volkstheater beginnt die morgige Vorstellung, die das Militärlustspiel „Im bunten Rock” von Franz v. Schönthan und Freiherrn v. Schlicht in neuer Einstudierung bringt, pünktlich um ½8 Uhr. Zu spät Eintreffende können erst nach Schluß des ersten Aktes zu ihren Sitzen gelangen.
„Neue Freie Presse”, Wien, vom 6.September 1914:
Deutsches Volkstheater. „Im bunten Rock”, das liebenswürdig-launige Lustspiel von Franz v.Schönthan und Freiherrn v.Schlicht, das schon vor mehr als zehn Jahren hier ein beliebtes Repertoirestück war, hat auch bei der heutigen Wiederaufnahme sehr amüsiert und viel Beifall gefunden. Das harmlos-heitere Stück wirkt jetzt vielleicht noch stärker als zur Zeit, da es neu war, sowohl die lustspielhafte Verherrlichung des auch in der Liebe unwiderstehlichen preußischen Leutnants wie der Kasernenhof- und Manöverhumor, der in drolligen Szenen und witzigen Worten zur Geltung kommt. Die Aufführung hatte Tempo und Laune. In der Rolle der viel umworbenen Amerikanerin bekundete Fräulein Steinsieck wieder viel natürliche Anmut und Noblesse, wodurch die sehr begabte junge Künstlerin schon unlängst, bei ihrem Debüt sympathisch auffiel. Auch das amerikanisch-deutsche Radebrechen traf sie ganz charmant, und sie fand bei offener Szene lebhafte Anerkennung. Einen forschen und schneidigen und zugleich liebenswürdigen Leutnant stellt Herr Kramer auf die Beine. Sehr gut die Herren Edthofer, Weiß, Lackner, Russeck, die Damen Bukovics und Hochwald. Das Publikum, das sich sehr gut unterhielt, rief die Darsteller nach allen Akten.
„Neues Wiener Journal”, Wien, vom 6.September 1914:
Deutsches Volkstheater. Man gab gestern das philiströse, ach so harmlose Lustspiel „Im bunten Rock” von Schönthan und Freiherrn v.Schlicht, das schon bei der Premiere nicht neu war. Ob in diesen Zeitläuften überhaupt Theater gespielt werden soll oder nicht, ist eigentlich weder mit ja noch mit nein zu beantworten. Natürlicherweise setzt man voraus, wenn heute Theater gespielt wird, daß es einen Hintergrund haben müsse, irgendeine tiefere Bedeutung, einen inneren Wert, der sich entweder künstlerisch oder unmittelbar lebendig äußert. Das bißchen militärischer Aufputz des Lustspiels „Im bunten Rock” kann über die Seichtheit des Ganzen, die jetzt mehr als je hervortritt, nicht hinwegtäuschen. Einen gewissen inneren Wert darf man von Werken, die gerade in dieser bewegten Zeit gespielt werden, schon verlangen. Nichtigkeiten, die schon in Friedenszeiten kein rechtes Interesse wecken konnten, muten heute doppelt trivial an. Diese milden bürgerlichen Heiterkeiten treten nun für längere Zeit beiseite. Das gestrige Lustspiel mit seinen wohlfeilen Requisitenscherzen zählt überdies zu den schwächeren Stücken dieses Genres. Es ist kaum dramatisches Kanonenfutter. In diesen Tagen ist so vieles gleichgültig, also auch, ob besser oder schlechter gespielt wird. Es macht auch wirklich nicht viel aus, wer eigentlich spielt – auch die schauspielerischen Werte sind auf lange hinaus ihrer Bedeutung, ihrer Überschätzung oder Unterschätzung entkleidet und man ist schon froh, wenn's nicht gerade ärgerlich ist. Das war gottlob nicht der Fall. Wir registrieren pflichtgemäß, daß die Damen Bekovics und Steinsieck, Roman, Pohl und Hochwald sowie die Herren Kramer, Edthofer, Russeck, Lackner, Leyrer und Weiß eifrig mitgewirkt haben und sich Beifall holten.
„Wiener Zeitung” vom 7.Sept. 1914:
(Deutsches Volkstheater.) Diese mutige Bühne, die trotz der dem Theaterbesuche wenig holden Zeit doch Abend für Abend spielt, um ihrem Publikum Erhebung oder Erheiterung und ihren Mitgliedern Brot zu bieten, hat Samstag das muntere Militärlustspiel „Im bunten Rock” von Franz von Schönthan und Freiherrn von Schlicht in guter Besetzung und fleißiger Einstudierung – Regie Herr Hubert Reusch – herausgebracht. Die Komödie ist literarisch völlig anspruchslos, sie hat auch nicht den kleinsten künstlerischen Ehrgeiz. Zur Gruppe gehörend, die vom „Veilchenfresser” über „Krieg im Frieden” zum „Husarenfieber” reicht, sucht sie ihre fröhlichen Wirkungen in der harmlosen Gegenüberstellung von besorgt kleinbürgerlichen und stramm militärischen Anschauungen und Gewohnheiten. Der preußische Leutnant in seiner schneidigen Unwiderstehlichkeit, der auf alle Mädchenherzen berückend wirkt, ist der Held. Diesmal wird er mit der kleinen Hand einer unermeßlich reichen, unsagbar schönen, maßlos tugendhaften, dazu noch grundgescheiten amerikanischen Wittib belohnt und beglückt. Den Leutnant spielte selbstverständlich Herr Kramer in seinem elegantesten Stil, maßvoll und natürlich, die Witwe das neu verpflichtete Frl. Steinsieck, in der das Theater anscheinend die lange fehlende Erste Salondame gefunden hat. Die Künstlerin stellt Jugend, Anmut und Schönheit ins Vordertreffen und hat damit schon viel gewonnen. Neben Angelerntem und früh erworbener Spielfertigkeit taucht manchmal auch ein persönliches schalkhaftes Wesen auf und der feine Ausdruck echten Empfindens. Leider bot die Dialektrolle nicht allzu häufigen Anlaß zu solchen erfreulichen Kundgebungen. Daß diese Momente dennoch herausgefühlt und festgehalten wurden, spricht sehr zu Gunsten des neuen Mitgliedes. Herr Edthofer gab mit der ihm eigenen humoristischen Grazie einen verzärtelten Einjährigen, ein rechtes Vatersöhnchen. Von den übrigen Mitwirkenden sollen noch Frl. Bukovics – allerliebst energisch wie ein piepsendes Kanarienvögelchen – und die Herren Russeck, Weiß und Lackner für ihre künstlerische Obsorge bedankt sein. Das Publikum belachte dankbar die wohlvorbereiteten Scherze und Scherzchen.
![]() Wiener Zeitung vom 18.Sept. 1915 |
![]() Fremden-Blatt, Wien, vom 18.Sept. 1915 |
![]() Reichspost, Wien, vom 18.Sept. 1915 |
„Wiener Zeitung” vom 20.Sept. 1915:
(Deutsches Volkstheater.) Eine wohlgelungene, glänzend besuchte Festvorstellung fand Samstag zu Gunsten der Witwen und Waisen der Landwehr-Feldhaubitz- und Kanonendivisionen Nr. 13 und Nr 46 statt. Das Ehrenpräsidium hatten Ihre Exzellenzen Minister für Landesverteidigung Freiherr von Georgi und Kriegsminister a.D. Freiherr von Schönaich übernommen. Den Abend eröffnete ein schwungvoller, von echt vaterländischem Geiste durchglühter Prolog von Dr. Mirko Jelusich, Kadettaspiranten. Herr Viktor Kutschera, Oberleutnant der Reserve, sprach die formschönen, klangvollen Verse mit schwungreichem Pathos. Hierauf wurde die Volkshymne von Mitgliedern des Hofoperntheaters gesungen: Frl. Jeritza und die Herren Breuer, Corvinus, Maikl und Rittmann vereinigten ihre edlen Stimmen, um Josef Haydns altehrwürdige Weise vollendet zu Gehör zu bringen. Sie wurde selbstverständlich stehend angehört und mit nichtendenwollendem Jubel aufgenommen. Das alte, doch noch nicht ganz veraltete, harmlos-drollige Soldatenlustspiel „Im bunten Rock” von Franz von Schönthan und Freiherrn von Schlicht wirkte in bekannter flotter Darstellung wieder sehr ergötzlich. Die Herren Russeck, Edthofer, Kramer, Lackner und Weiß, die Damen Bukovics, Hochwald, Pohl und Föry wurden durch den freundlichsten Beifall geehrt. Neu war Frl. Steinsieck als blendende Dollarprinzessin. Ihre natürliche Eleganz machte den angenehmsten Eindruck. Noch wäre zu erwähnen, daß Maler Richard Harlfinger einen geschmackvollen Umschlag zum Theaterzettel entworfen hatte. –
–nn.
Der Vorstellung wohnten bei: Ihre k. und k. Hoheiten der durchlauchtigste Herr Erzherzog Leopold Salvator, die durchlauchtigsten Frauen Erzherzoginnen Blanka, Maria Immakulata und Margareta, Ihre Exzellenzen die Herren Minister G. d. I. Freiherr von Georgi, Zenker, Dr. Freiherr von Heinold, Dr. Freiherr von Engel, Dr. von Morawski, ferner Ihre Exzellenzen G. d. I. Freiherr von Schönaich, G. d. I. von Seibt, FZM. Ritter von Wikullil und Bürgermeister Dr. Weiskirchner, Freiherr von Gorup, zahlreiche hohe Militärs und viele andere hervorragende Persönlichkeiten.
„Reichspost, Wien, vom 20.Sept. 1915.
Deutsches Volkstheater. Hier gab es gestern eine eigenartige Festvorstellung zu wohltätigem Zwecke. Zunächst sprach Herr Kutschera, der diesmal Wert darauf legte, auf dem Theaterzettel als Oberleutnant a.D. zu erscheinen, ein vom Kadettaspiranten Dr. Mirko Jelusich stammendes, feurig beschwingtes Vorwort, das in die Verse ausklang:
| Dann wollen, die in Waffen stehen, Wir Kriegersleute allzumal Für euch zum Danke beten gehen Das Hochgebet von Blut und Stahl; Das heil'ge Beten der Geschütze Der Schwerter in der reinen Hand Daß Gott erhalte, Gott beschütze Den Kaiser und das Vaterland. |
Sodann sangen Frau Jeritza und die Herren Breuer, Corvinus, Maikl und Rittmann von der Hofoper unser Kaiserlied auf eine wundersam liebliche Art. Schließlich begann die Aufführung des harmlos heiteren Lustspieles „Im bunten Rock” von Schönthan und Schlicht. Die saubere Aufführung fand eine gut gelaunte Zuhörerschaft, in welcher der bunte, oder jetzt wohl richtiger: feldgraue Rock vorherrschte. Auch viele Persönlichkeiten von höchstem Adel und eine Reihe hoher Würdenträger wohnten der Aufführung bei.

„Neue Freie Presse”, Wien, vom 19.September 1915:
Deutsches Volkstheater. Das Theater an der Bellaria war heute in ein artilleristisches Militärkasino verwandelt. In den Logen, im Parkett, auf dem Balkon nichts als Generale, Offiziere und Mannschaft, alle von den Wiener Landwehr-Feldhaubitz- und Kanonendivisionen, für deren Hinterbliebenen eine Festvorstellung veranstaltet worden war. Und man konnte an den vielen strammen Gestalten, an den offenen und kühnen Gesichtern der jungen und älteren Leute seine helle Freude haben. Ein warmer, tiefbewegender Prolog aus der Feder des Kadettaspiranten Dr. Mirko Jelusich wurde von Viktor Kutschera – diesmal ausdrücklich als Oberleutnant i.d.Res. angeführt – schön gesprochen, dann sangen Künstler der Hofoper, Frau Jeritza und die Herren Breuer, Corvinus, Maikl und Rittmann die Volkshymne. Als Festvorstellung hatte man „Im bunten Rock” von Schönthan und Schlicht gewählt, und die Wahl war sehr glücklich. Das harmlose Lustspiel, das uns den deutschen Leutnant als liebenswürdigen Schwerenöter in einer weit, weit hinter uns liegenden friedlichen Zeit vorführt, wirkte jetzt doppelt stark und eigenartig. Die Aufführung war die denkbar beste. Das elegante, reizende Fräulein Steinsieck als Amerikanerin, Grete Bukovics als deutscher Backfisch von Annodazumal, die Herren Edthofer, Russeck, Kramer, Lackner, Weiß usw. spielten jeder einzelne mit Lust und Humor, und der reiche Beifall, mit dem das ausverkaufte Haus sie überschüttete, war wohlverdient. In der Hofloge hatten Erzherzog Leopold Salvator mit Gemahlin und Kindern Platz genommen, sonst sah man noch G.d.I. Baron Schönaich, Landesverteidigungsminister Baron Georgi, Polizeipräsident Gorup und viele andere Persönlichkeiten.
„Illustriertes Wiener Extrablatt”, Wien, vom 19.September 1915:
Deutsches Volkstheater.
Gestern fand eine glänzend besuchte
Festvorstellung
zu Gunsten der Witwen und Waisen der k.k. Landwehr-Haubitz- und Kanonen-Divisionen Nr.13 und Nr.46 statt. Sie wurde eröffnet durch einen Prolog in Versen und Reimen, gedichtet von
Dr. Mirko Jelusich, Kadett-Aspirant, den Oberleutnant
Viktor Kutschera
schwungvoll deklamierte. Hierauf sang ein Quintett wohlgebildeter, schöner Stimmen die Volkshymne: Frau
Jeritza
und die Herren
Breuer,
Corvinus,
Maikl
und
Rittmann
von der Hofoper. Der Hoch- und Weihegesang der österreichischen Vaterlandsliebe ist vielleicht noch nie kunstvoller und wohlklingender vorgetragen worden. Das Publikum hörte ihn stehend in ergriffenster Stimmung an. Das nunmehr folgende Lustspiel
„Im bunten Rock”
von
Franz v.Schönthan
und Freiherrn
von Schlicht
erheiterte auf die angenehmste Art die zumeist militärischen Besucher. Die Besetzung ist so bekannt wie das Stück selbst. Neu war Fräulein
Steinsick
als sehr liebenswürdige deutsch-englisch radebrechende Amerikanerin.
*
Der Vorstellung wohnten bei: Erzherzog
Leopold Salvator
und Erzherzogin
Blanka
mit den Erzherzoginnen
Maria Immakulata
und
Margareta, die Minister Freiherr von
Georgi, Baron
Heinold,
Zenker,
Dr. Morawski, Kriegsminister a.D. Freiherr
v.Schönaich, Militärkommandant
Wikullil, Bürgermeister
Dr. Weiskirchner, Polizeipräsident Baron
Gorup
und viele andere.
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© Karlheinz Everts