Im bunten Rock

Lustspiel in drei Akten

von

Franz von Schönthan und Freiherr von Schlicht

 

 

Aufführung am 2., 7., 10. Januar, 11. Februar 1903, 14. Juli 1904
im Theater zu Mannheim


Das „Prager Tagblatt” schreibt am 31.Dezember 1902:

Frl. Louise Lißl , die Heroine der Mannheimer Hofbühne, stürzte - wie uns aus Mannheim berichtet wird - bei der Probe des Lustspiels „Im bunten Rock” in Folge eines Fehltritts rücklings von einem Balcon auf die Bühne und wurde bewußtlos nach ihrer Wohnung gebracht. Man befürchtet, daß die Künstlerin schwere innere Verletzungen erlitten hat.


„Frankfurter Zeitung”, Nr. 3 vom 3.Januar 1903:

Aus Mannheim wird uns vom 2. ds. geschrieben:
Da infolge einer epidemischen Influenza-Erkrankung ein Theil unseres Theaterpersonals kampfunfähig geworden ist, mußten für den ersten Anmarsch von „Im bunten Rock” starke Hilfstruppen aus Frankfurt herangezogen werden. Frl. Irmen und Herr Bolz sprangen mit Erfolg in die Lücke ein. Aber auch unsere Einheimischen waren gut ausgerüstet, standen stramm und bekundeten echten militärischen Geist. Wer ein selbstloses Gemüth hat, und sich, wenn er auch an einer Sache gar keine Freude hat, einzig über die Freude seiner Mitmenschen freuen kann, konnte an diesem Premièrenabend diese schöne Charaktereigenschaft zur Virtuosität ausbilden.


„Bühne und Welt” 5. Jahrgg. 1902/03 S. 391:

Mannheim. Ein schwerer Unfall hat die allseitig beliebte und verdienstvolle Künstlerin Lucie Lißl, unsere Salondame und Heroine, betroffen. Die Dame stürzte bei einer Probe des Lustspiels „Im bunten Rock” von einem auf der Bühne aufgebauten Balkon etwa drei Meter hoch herab, blieb längere Zeit bewußtlos liegen und mußte mittels Krankenwagen in ihre Wohnung gebracht werden. Nach Aussage der Aerzte dürfte der Unfall keine dauernden unangenehmen Folgen nach sich ziehen, wenn auch die Dame, deren Zustand inzwischen sich wesentlich gebessert hat, noch für längere Zeit an der Ausübung ihrer Künstlerschaft gehindert sein wird.


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© Karlheinz Everts